Beispiel 3
Wenn ein Familienkonflikt zum Problem des Gemeinwesens wird
Ausgangssituation:
Die Tochter einer Familie aus der Türkei wird auf der Strasse beim Schmusen mit schweizerischen Jugendlichen ertappt. Mit Hilfe von wohlmeinenden Nachbarn, Lehrern, Pfarrern, Sozialtätigen und Rechtsanwälten wehrt sich die Tochter gegen ihren Vater, der sich in einen heiligen Zorn hineinsteigert und überzeugt ist, die Familienehre – wenn nötig mit Gewalt, das heisst mit der Ermordung der Tochter – retten zu müssen.
 
Einbezogene Projektpartner:
Familienmitglieder, diejenigen öffentlichen Personen und Instanzen, die direkt oder indirekt mit dem Ereignis zu tun haben und um Klärung des Geschehens baten, das für sie nicht einfühlbar war.
 
Was wurde erreicht?
Gespräche mit der Familie, Verhinderung weiterer Gewalt.
» Neue soziale Vernetzung der Familienmitglieder in das lokale Gemeinwesen.
» Verständnis der lokalen Bezugspersonen für die Gewissensnot des Vaters, der von den Mitgliedern seines Herkunftsortes unter Druck gesetzt wurde.
» Weiterbildung der öffentlichen Personen, um diese zu befähigen, diagnostische Kriterien auszuarbeiten, die Voraussetzung für Entscheide sind, wann und wo aktive Krisenintervention anstelle von kulturrelativistisch inter-pretierter Zurückhaltung, u. a. seitens der Behörden, der Sozialen Arbeit wie der Polizei notwendig ist.

Beratung bei interkulturellen
Konflikten und Rassismus
TikK
TikK
Strassburgstrasse 15
CH-8004 Zürich
Tel. 044 291 65 75
Fax 044 291 66 82
E-Mail info@tikk.ch